Insights für Entscheider

Unbequeme Wahrheiten über Mediation, Deals und Strategie – klar, praxisnah, KPI‑geführt.
Ohne Buzzwords, mit Konsequenz.

By Izolda Petrosyan February 27, 2026
Zwischen Verständnis und Entscheidung In einer globalisierten Wirtschaft sind kommerzielle Verhandlungen fast immer interkulturell geprägt. Unterschiedliche Sprachen, Kommunikationsstile, Entscheidungslogiken und Werte treffen aufeinander. Konflikte entstehen dabei selten aus böser Absicht, sondern aus Missverständnissen, falschen Deutungen und unterschiedlichen Erwartungen. Offensichtliche Unterschiede wie Sprache oder Tonfall lassen sich meist schnell erkennen. Schwieriger sind die leisen Signale: Tempo, Umgang mit Hierarchien, Bedeutung von Schweigen, Art des Vertrauensaufbaus oder informelle Entscheidungswege. Genau diese Faktoren entscheiden darüber, ob Verhandlungen gelingen oder blockieren.
By Izolda Petrosyan January 19, 2026
Stellen Sie sich vor, Ihre Konkurrenten binden ihre besten Leute und teuersten Anwälte in internen Konflikten – während Ihr Unternehmen ungestört an der nächsten Innovation feilt. Eine Wunschvorstellung? Keineswegs. Es ist die direkte Konsequenz einer modernen Führungskultur, die sich von einem weitverbreiteten Irrglauben verabschiedet hat: der Annahme, dass derjenige im Vorteil ist, der Informationen zurückhält.
By Dr. Hartmut Frenzel January 8, 2026
Warum gute Vorbereitung wichtiger ist als gutes Reden Mediation ist ein Geschäft der Illusionen. Die Parteien sitzen sich gegenüber, ein Mediator moderiert mit ruhiger Stimme, stellt die richtigen Fragen, schafft Vertrauen. Am Ende einigen sich alle. Schön. Sauber. Demokratisch. Das ist Unsinn.
By Dr. Hartmut Frenzel December 8, 2025
Der liberale Rechtsstaat beruht auf einem einfachen Grundsatz: pacta sunt servanda. Verträge sollen eingehalten, Ansprüche notfalls vor staatlichen Gerichten durchgesetzt werden können. Doch aus rechtsökonomischer Sicht hat dieses Modell einen blinden Fleck, den verschiedenste Rechtsökonomen in der Vergangenheit präzise herausarbeiteten: Richter sind imperfekte Entscheider. Sie verfügen nicht über das Wissen, das die Parteien haben. Sie sehen nur selektive Informationen, taktisch gefilterte Darstellungen, unvollständige Beweislagen. Und sie arbeiten unter Ressourcenknappheit. Damit geraten Gerichte in eine Rolle, für die sie strukturell schlecht gerüstet sind: als eine Art Zentralplaner für die Lösung privater Konflikte. Imperfekte Richter und falsche Anreize Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gericht den Sachverhalt korrekt erkennt und sanktioniert, ist begrenzt. Informationsasymmetrien, komplexe Transaktionen, soziale Erwägungen und richterliche Fehlbarkeit führen dazu, dass selbst pflichtgetreues Verhalten im Prozess unterliegt – und opportunistisches Verhalten sich lohnt. Damit verschiebt sich der eigentliche Anreizmechanismus: die Vertragsparteien richten ihr Verhalten nicht nur an der materiellen Rechtslage aus, sondern an der Erwartung richterlicher Fehler und prozessualer Zufälligkeiten. Hinzu kommt: Das System der Ziviljustiz erzeugt externe Kosten. Die Parteien tragen Gerichts- und Anwaltskosten, aber der Steuerzahler finanziert Infrastruktur und den Justizapparat. Private Konflikte werden somit teilweise kollektiv subventioniert. Das schwächt den Anreiz, Konflikte effizient und einvernehmlich zu lösen. Aus liberaler Perspektive ist dies problematisch: Das Verursacherprinzip wird verletzt – Dritte zahlen für Konflikte, die sie nicht verursacht haben. Das staatliche System verdrängt private Ordnungslösungen, statt sie zu ergänzen. Richter werden in eine Rolle gedrängt, die sie strukturell überfordert. Zentralplanungsproblem der Justiz Das Zentrum des Problems ist letztlich ordnungstheoretisch: Ein Zentralplaner – ob Sowjetbeamter oder Richter – kann nicht alle relevanten Informationen haben, die dezentrale Akteure haben. Gerichte entscheiden in einem Setting, in dem Wissen verstreut, subjektiv und schwer artikulierbar ist. Die Parteien kennen: informelle Absprachen, Branchenstandards, zukünftige Geschäftspläne, ihre wahren Präferenzen und Opportunitätskosten. Der Richter kennt all das nicht. Er muss aus einem Ausschnitt an Informationen eine möglichst rechtskonforme Entscheidung formen. Genau hier zeigt sich das klassische Problem der Zentralplanung in rechtlicher Form: die Wissens- und Informationsbegrenzung staatlicher Instanzen. Der liberalen Ordnungstheorie zufolge sollte der Staat deshalb Rahmenbedingungen schaffen, in denen dezentrale Konfliktlösung systematisch begünstigt wird – statt selbst zum Standardinstrument der Konfliktbeilegung zu werden. Mehr davon lesen: https://www.libinst.ch/denkanstoesse/zur-fehlsteuerung-der-ziviljustiz/